Jazzer von Heye’s Society bleiben Publikumslieblinge

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 1.2.2022 - Über ein ausverkauftes Konzert im Foyer der Loisachhalle freuten sich die Musiker des Sextetts "Heye's Society". Die Besucher genossen die improvisationsreichen Versionen von bekannten sowie selten gespielten Jazz- und Bluesnummern.

Anekdoten über Jazz-Legenden

Schon die ersten Stücke „Sugar Foot Stomp“ und „South“ ließen den für viele Menschen so entbehrungsreichen deutschen Pandemie-Winter in Vergessenheit geraten. Zwischendurch gab Trompeter und Moderator Toni Ketterle amüsante Anekdoten über Jazz-Größen wie Louis Armstrong, Sidney Bechet und Bix Beiderbecke zum Besten. Letzterer wurde als Sohn mecklenburgischer Auswanderereltern 1903 in Davenport (Iowa) geboren und starb schon im Alter von nur 28 Jahren. Heye’s Society widmeten dem legendären Kornettisten, dessen Vorname eine Kurzform des deutschen Reichskanzlers Bismarck ist, eine melancholische Version seiner Instrumentalnummer „Davenport Blues“.

84-jähriger Bandleader singt Beatles-Hit

An ein besonderes Erlebnis erinnerte sich auch der mittlerweile 84-jährige Bandgründer Heye Villechner. Der Schlagzeuger lernte 1962 die jungen Beatles in Hamburg kennen und durfte zusammen mit ihnen im Star Club den Klassiker „Ain‘t she sweet“ singen. 60 Jahre später präsentierte er diesen Gassenhauer mit rauer Stimme im Foyer der Loisachhalle. „Das klang nicht mehr ganz so kraftvoll wie damals“, gestand er nach dem Konzert . Die Besucher spendeten dennoch lauten Applaus und forderten Zugaben. Achim Bohlender (Klarinette), Erwin Gregg (Posaune), Leo Gmelch (Posaune), Toni Ketterle (Kornett, Trompete), Heye Villechner (Schlagzeug) und Gastpianist Charlie Thomas ließen sich nicht lange bitten: Mit „What a wonderful world“, „Oh when the saints“ und dem „St. Louis Blues“ verabschiedeten sich vom begeisterten Publikum.

 

Dingolfinger Anzeiger vom 26.07.2021

Ein Abend mit Jazzmusik vom Feinsten

Dingolfing (gm) Mit ihrem Konzert eröffneten die Musiker von Heye´s Society die lang ersehnte                Premiere des Dingolfinger Kultursommers.

 

Ungewöhnlich die nicht nur mehr ganz jungen Herren an  Klarinette ( Achim Bohlender ), Posaune ( Erwin Gregg ),  Tuba ( Leo Gmelch ),  Klavier/ Vocal ( Dr. Tino Rossmann ), Kornett/ Trompete  ( Toni Ketterle),  Schlagzeug/Vocal  (Gründer Heye Villechner),  sondern auch der Veranstaltungsort.

 

Nicht wie immer im Herzogsgarten versammelten sich die über 50 Besucher sondern großzügig verteilt über den Innenhof der Herzogsburg am Steinweg,  sodass das Rückgebäude des Heimatmuseums im Blickfeld der Gäste stand – ein idealer, großer Platz mit einer natürlichen Bühne und einer perfekten Beleuchtung am Abend.

 

Tourismusreferentin Tanja Wagner begrüßte nach der monatelangen kulturellen Durststrecke und wünschte einen stimmungsvollen amüsanten Abend. Den Auftakt machte die Ragtime Komposition „High Society“, die einen Teil des Bandnamens bildet. Dazu erhoben sich die Bläser in der ersten Reihe – Klarinette, Kornett, Posaune zum feurigen Einstieg und danach stellte Heye Villechner die Musiker namentlich vor. Die nächsten Titel zeichneten sich durch soliden New-Orleans-Jazz der 20er Jahre aus. Zu jedem Stück wusste Toni Ketterle exemplarische Besonderheiten zu erzählen. Dazu gab es Geschichten aus dem amerikanischen Süden, womit er die einzigartige Welt der Jazzmusik in ihren Anfängen in Erinnerung rief.

 

Eine Hommage an Louis Armstrong mit dem „Saint Louis Blues“ von 1912 und an die schönen Frauen des Südens „Lady Creole“ folgten und bewegten die klangverzauberten Gäste zu kräftigem Beifall. Mitreißend das Kornettsolo bei „Making Runs“. Mit dem Traditional „Eh la bas“ endete der erste Teil. Der französische, schwungvolle Song, neckisch und charmant präsentiert von Toni Ketterle lud zum Mitsingen ein, der mit kecken Wortspielereien „Courage – Bagage“ die Lacher auf seine Seite zog.                        

 

In der zweiten Hälfte machten berühmte Instrumental- und Vocalnummern  die Runde und wurden vom Publikum fasziniert beklatscht.  Dazu gehörten „The Entertainer“ von Scott Joplin, sowie  „Creole Love Call“ von Duke Ellington sowie das bezaubende  „Aint she sweet“, das 1964  von den Beatles aufgegriffen und von Heye Villechner mit seiner rauchigen Stimme zum Besten gegeben wurde.  Auch der „Davenport Blues“, der Heimatstadt von Bix Beiderbecke gewidmet und George Gershwins „Lade be good“– frei übersetzt von Toni Ketterle „Oide reiß Di z´samm“ fehlten nicht.  Die Zugaben bildete der viel gerühmte „Tiger Rag“ und das mit warmer und typisch heiserer Stimmlage perfekt und sinnlich von Pianist Dr. Tino Rossmann vorgetragene  „What a wonderful world“. Der Erfolg war an den Standing Ovations abzulesen.  

 

Jazzreise mit einem Hauch von Comedy

Die Band "Heye`s Society" begeistert beim Nachholkonzert des Grafenauer Frühlings                                     

15.09.2020

 

Unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln konnte der Kulturverein Grafenau mit der Jazzband "Heye`s Society" erstmals wieder ein Konzert abhalten.

 

"Heute wollen wir den kulturellen Stillstand beenden", sagte Kulturvereinsvorsitzender Matthias Schubert bei seiner Begrüßung zum ersten Konzert, seit der Grafenauer Frühling wegen Corona ausfallen musste. Mit einem Nachholkonzert und der Band "Heye`s Society" gelang ein fulminanter Neustart, der rund 70 Besucher in der Mittelschule von den Stühlen riss.

 

Die Band, die Gründer, Schlagzeuger und Namensgeber Heye Villechner schon zu Beginn kurz vorstellte, bot lauter Ausnahmemusiker, was schon bei den ersten Soli immer wieder zu spontanem Zwischenapplaus im Publikum führte. Man fühlte sich versetzt in die Musikszene in New Orleans und Chicago zwischen 1900 und 1930, als mit Louis Armstrongs "Sugar foot stomp" der typische Jazz-Sound in der Aula erklang. Auf einer großen Leinwand gab es passend zum Programm auch noch viele Bilder aus jener Zeit und von den einzelnen Künstlern – eine gelungene Ergänzung zum ohnehin unglaublich facettenreichen Repertoire der Band.

 

Toni Ketterle, der neben Kornett und Gesang auch die Moderation übernahm, führte in jedes der Stücke ein, erzählte amüsante Geschichten und schickte seine Zuhörer auf Zeitreise. Er berichtete vom Stück "South", das dem amerikanischen Süden gewidmet sei und rief in Erinnerung, dass es 1900 kein Radio und keine Schallplatte gab. Der Gesang von Pianist Dr. Tino Rossmann, dem Mediziner und Münchner Urgestein in der Truppe, tat ein Übriges zur Reise in die Welt der ursprünglichen Jazzmusik.

 

Beim "St. Louis Blues" von 1912, der Hymne des legendären Louis Armstrong, erfuhren die Zuhörer von seiner kurzen Ehe mit Pianistin Lil Hardin, die bei einem Memorial-Konzert für ihn bei eben diesem Stück auf der Bühne starb.

Das Konzert war eine Ode an die ersten Jazz-Musiker, wie etwa Buddy Bolden. Alle sechs Musiker beeindruckten die Besucher dabei mit unglaublicher Virtuosität auf ihren Instrumenten und sichtlicher Freude an ihrer Musik. Egal ob Klarinettist Achim Bohlender, der mit seinem Instrument improvisierte, Erwin Greg an der Posaune, der bei namhaften Künstlern wie Hugo Strasser oder Max Greger ebenso mitspielte wie bei der Murphy Gang, oder Leopold Gmelch an der Tuba, der schon mit Udo Lindenberg oder Konstantin Wecker auf Tour war – alle Musiker entlockten ihren Instrumenten alles, was die Welt des Jazz zu bieten hat.

 

Schwungvoll ging es nach einem großen Dank an den Kulturverein und Matthias Schubert mit der berühmten Ragtime-Komposition von Scott Joplin aus der Ganoven-Komödie "Der Clou" weiter. Während der Klarinettist sich sogar von der Bühne ins Publikum wagte, gab es von Bandchef Heye Villechner eine kleine Tanzeinlage zu "Ain`t She sweet", einer Jazznummer, die in ihren Anfangszeiten von den Beatles aufgegriffen wurde.

 

Mit dem "Davenport Blues" von Bix Beiderbecke, der durch seinen frühen Tod mit 28 Jahren zur Legende, zum "James Dean des Jazz" wurde, und George Gershwins "Oh, Lady be Good" ging es klangstark-amüsant weiter, so dass der Abend wie im Flug verging. Die Comedy-Elemente in der Moderation taten ein Übriges zur Kurzweil des Konzerts.

Nach einem grandiosen Finale bedankte sich Matthias Schubert mit den Grafenauer Bären für einen den Abend. 3. Bürgermeister Wolfgang Kunz dankte im Gegenzug dem Kulturverein für die Organisation des "Grafenauer Frühlings im Spätsommer". Als zwei von "insgesamt 77 möglichen Zugaben" wählte Heye`s Society "Wonderful World" und "When The Saints Go Marchin in". Dem Publikum hatten sie auf jeden Fall die "Wonderful World" des Jazz eröffnet, wie die stehenden Ovationen bewiesen. - frk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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